Home Literarischer Salon JOHANNA KINKEL (1810-1858) oder DIE KUNST OHNE STIMME ZU SINGEN - Neu im Schröder Verlag
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JOHANNA KINKEL (1810-1858) oder DIE KUNST OHNE STIMME ZU SINGEN - Neu im Schröder Verlag

Autor:( Mittag, Susanne: )

Verlag: Wildflecken, Schroeder Verlag, 2008.

Gewicht: 250 Gramm

Titel: JOHANNA KINKEL (1810-1858) oder DIE KUNST OHNE STIMME ZU SINGEN - Neu im Schröder Verlag




Die Autorin: Dr. Susanne Mittag, geboren 1942 in Jena, Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie in Marburg und Frankfurt am Main, 1. und 2. Staatsexamen, Promotion, Schuldienst, seit 1980 freie Publizistin, Beiratsmitglied in der „Stiftung Mitteldeutscher Kulturrat": www.stiftung-mkr.de. Textauszug: JOHANNA KINKEL (1810-1858) oder DIE KUNST OHNE STIMME ZU SINGEN:In den Lebenserinnerungen von Gelehrten, die in den 1830er und 1840er Jahren in Bonn studierten, wird sie erwähnt als „geniales Weib“, als „die hohe, grandiose Frau“ (Jacob Burckhardt). Malvida von Meysenbug, Fanny Lewald, Kathinka Zitz schätzten sie als Freundin und Kampfgefährtin um die Rechte der Frau; für Bettine von Arnim war sie „genial und voll tiefer Geistesanlagen, aber gehemmt bei jedem Lebensschritt“ - die Rede ist von Johanna Kinkel, einer Musikerin und Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, deren Lebenswerk nach wie vor nur wenigen bekannt ist, an die deshalb anlässlich ihres 150. Todestages – sie starb am 15. November 1858 - erinnert werden soll. Als an einem trüben Novembertag des Jahres 1858 Johanna Kinkel, deutsche Emigrantin in London, durch einen Sturz aus dem Fenster ihres Schlafzimmers tödlich verunglückte, endete mit 48 Jahren ein Frauenleben, das reich an dramatischen Höhepunkten und überreich an Arbeit war. Johanna Kinkel hinterließ ein Werk, das in seinem ganzen Umfang teils in Vergessenheit geraten, teils noch gar nicht publiziert ist. Es umfasst zahlreiche Lied- und Chorkompositionen, Kantaten und Singspiele, musikpädagogische und musikgeschichtliche Schriften, Erzählungen, Gedichte, politische Artikel und einen Roman, dazu autobiographische Aufzeichnungen und eine weit gespannte Korrespondenz. Die Lebensgeschichte Johanna Kinkels ließe sich auf verschiedene Weisen darstellen: Eine Geschichte wäre die des begabten jungen Mädchens, das sich, ohne viel Rückhalt in ihrer Umwelt, zur erfolgreichen Komponistin, Dirigentin und Pianistin ausbildet; deren Karriere in Ehe und Familienleben verläuft; die aber als Musiklehrerin ein Stück Emanzipation der Frauen und Mädchen verficht und praktiziert: Unzufrieden mit der zumeist sehr oberflächlichen Ausbildung im Gesangs- und Klavierunterricht der Frauen und Mädchen, fordert sie als selbstverständlichen Bestandteil weiblicher Bildung das Erlernen musiktheoretischer Grundlagen, das emotionale und intellektuelle Erfassen der Kompositionen, ihrer Bau- und Formgesetze. Als Musikschriftstellerin versucht sie, aus der Verbindung von Studium und praktischer Erfahrung Musikgeschichte wissenschaftlich und zugleich lebendig und sinnfällig darzustellen. Zu erzählen wäre auch die Geschichte einer Frau, die von allen Zeitgenossen - Männern wie Frauen - als unschön, herb, „fast männlich“, aber bedeutend, geistvoll, ja genial geschildert wird und die in zweiter Ehe einen Mann heiratet, den ebenso alle gleich lautend als stattlich und schön, verbindlich, einnehmend, aber nicht allzu bedeutend beschreiben. Es ließe sich erzählen vom Glück einer allen Konventionen abgetrotzten Ehe, von der großen Liebe dieser Frau, die den Pflichten der Mutter und Hausfrau gewissenhaft nachkommt, ihren Mann bis zur Selbstaufgabe vergöttert, in tiefe Verzweiflung gerät, wenn sie sich seiner Zuneigung nicht mehr ganz sicher ist und die doch den Anspruch nie aufgibt, eine autonome Persönlichkeit zu bleiben, in ihrem eigenen Element, als Musikerin und Autorin, schöpferisch tätig zu sein. DIN A 4 gebunden, 18 S., Sprache: deutsch








 

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